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Verletzung, Rückstand, WM-Bronze!

Wie holt man trotz Muskelfaserriss und einem 4:7-Rückstand im 16er-Finale noch die Medaille? Wir sprechen mit unserem WM-Bronzegewinner aus Manama über den grössten Druck, den "glücklichen" Unfall in der Vorbereitung und die eine taktische Änderung, die sie weiter im Turnier hielt!

Die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften in Manama mit nach Hause zu nehmen, ist eine unglaubliche Leistung. Nachdem du nun etwas Zeit hattest, dies zu verarbeiten: Welches ist das stärkste Gefühl – Stolz, Erleichterung, Aufregung – das hervorsticht, wenn du daran denkst, auf dem Podium zu stehen?

Ich bin stolz auf meine Leistung, ich habe so viel Zeit wie ich konnte ins Training investiert. Der Aufwand hat sich zum Glück gelohnt.

Der Finaltag einer Weltmeisterschaft ist bekanntlich extrem intensiv. Kannst du uns durch einen entscheidenden Moment aus den Ausscheidungsrunden führen – vielleicht ein Treffer, eine Schiedsrichterentscheidung oder ein Moment des Selbstzweifels –, den du überwinden musstest, um deinen Platz in den Medaillenrängen zu sichern?

Ich hatte im 16er Final einen sehr heiklen Moment. Fast wäre ich da ausgeschieden. Gegen die Französin bin ich 4:7 in Rückstand geraten. Bei den Veteranen fechten wir nur auf 10 Treffer. Mir wurde bewusst, dass wenn ich jetzt nichts ändere, werde ich ausscheiden.

Degenfechten auf Weltebene erfordert ständige taktische Anpassung. Wer war deine schwierigste Gegnerin in Manama, und welches spezifische Element deiner Strategie oder welche einzigartige taktische Änderung war der Schlüssel zum Sieg in diesem Gefecht?

Die oben erwähnte Französin war die schwierigste Gegnerin. Mit mehr Druck und Entschlossenheit konnte ich die 3 Treffer aufholen. Ich habe immer erst am Ende der Piste angegriffen.

Wie haben deine letzten Wochen der Vorbereitung – die Trainingspartner, mit denen du gefochten hast, die Übungen, auf die du dich konzentriert hast – dich speziell auf die Atmosphäre und den Druck der Weltmeisterschaften vorbereitet?

Leider habe ich mich 2 Wochen vor der WM verletzt. Ich hatte einen, zum Glück nur kleinen, Muskelfaserriss in der rechten Wade. Ich konnte nicht mehr Fechten bis zum Turnier. Ich machte nur die Physioübungen und Kraft/Ausdauerübungen. Im Nachhinein hat mir die Verletzung auch etwas geholfen, ich ging mit wenig Erwartung und Druck ins Turnier.

Bronze ist ein riesiger Erfolg. Welche wichtige Lektion hast du in Manama über dein eigenes mentales Spiel oder deine körperliche Ausdauer gelernt, die du unbedingt mitnehmen musst, um das nächste Ziel?

Im Mentalen habe ich gelernt, dass es für mich wichtig ist, dass ich zuversichtlich und selbstbewusst ins Gefecht gehe. Dann kann ich lockerer fechten und brauche somit auch weniger Energie.

Nachdem der letzte Treffer gefallen und die Medaillen verliehen waren, wie hast du diesen Erfolg gefeiert? Und jetzt, da du zurück bist, wie balancierst du Erholung und Entspannung mit der Rückkehr in den Trainingsrhythmus?

Da am Folgetag gleich das Mannschaftsturnier anstand, haben wir das Feiern auf den nächsten Tag verlegt. Wir habe uns alle zu einem feinen Fischessen getroffen. Nun bin ich wieder normal am Trainieren, denn nach dem Turnier ist vor dem Turnier.

Für die jüngeren Fechter und aufstrebenden Athleten, die dies gerade auf der Club-Website lesen: Was ist der wichtigste Ratschlag, den du ihnen geben kannst, um dem Sport treu zu bleiben, besonders wenn der Weg zum Erfolg lang oder schwierig erscheint?

Ich denke das Wichtigste ist, das man die Freude am Spiel behält.  Und wenn es mal nicht so läuft, sollte man trotzdem dranbleibt und weiter trainiert. Ich finde es ist wichtig, den Maitre zu vertrauen. Sie helfen uns mit ihrer Erfahrung dabei, immer besser zu werden.